Tag 2 – Home Office für die ganze Familie

Das bin ich (Zeichnung: @locobron)

Morgens halb 10 in Deutschland – und die Leitungen glühen.

Der Realschüler sitzt an Papas PC. Hier müsste eigentlich mebis laufen, die bayerische Online-Plattform, auf die jetzt alle Schüler zugreifen sollten. Wegen Überlastung ist das leider nicht möglich, und so landen auf dem Handy des Fünftklässlers unzählige Nachrichten über die Klassen-Signal-Gruppe und per Email. Heute morgen war mein Vorschlag, er soll doch den Ton am Handy einschalten, damit er informiert wird, wenn eine Neuigkeit von der Schule kommt. Ha! Bloß aus das Ding, ist ja nicht auszuhalten das ständige Gebimmel.

Die Grundschülerin hat ihre Hauptarbeit auf Papier mit nach Hause bekommen. Es kam allerdings noch ein Hinweis, dass die Kinder zusätzlich kostenlos eine Lernplattform namens Oriolus nutzen können. Und wenn der große Bruder am PC sitzt, was ist dann interessanter: Fumi-Arbeitsheft und Füllerführerschein oder das Tablet? Also laden wir mal das Programm runter.

Und ich, ja ich hätte auch noch genug berufliche Dinge zu tun. Allerdings bin ich ganz gut beschäftigt mit zwei Schulkindern, die mir zwischendurch ihre Fortschritte zeigen, Fragen haben und technische Probleme melden. Sie wären alt genug, um alleine zu Hause zu bleiben. In den Ferien für ein paar Stunden ist das auch kein Problem. Aber mit Schulaufgaben, die täglich gewissenhaft erledigt werden sollen sehe ich das kritisch. Über die Wochen sollen sie ja auch im Schulstoff voran kommen. Und meiner Meinung nach brauchen sie dazu nicht nur “Betreuung” sondern auch Motivation und emotionale Unterstützung. Das wird für viele Eltern schwierig, die noch nicht wissen, wie sie die nächsten Wochen organisieren sollen. Gibt es hier schon irgendwelche guten Ideen?

Auf unserem Stundenplan steht auf jeden Fall jeden Tag “Raus an die Luft”. Um dabei möglichst wenigen Leuten zu begegnen müssen wir nach der Haustür einmal scharf links abbiegen, noch eine Häuserreihe hinter uns lassen, und schon sind wir raus aus der Zivilisation. Gestern haben wir zu Fuß ein kleines Waldstück mit Bach aufgesucht. Das Wetter war bombig. Wir sind durch den eiskalten Bach gewatet, haben ein Waldtipi und eine Brücke aus Ästen gebaut. Ist das coronamäßig ok? Ich denke schon. Ob meine Energie ausreicht, die nächsten Wochen ständig solche Mikroabenteuer durchzuziehen bleibt dahingestellt, aber das war schon mal toll gestern.

Viele Grüße aus dem jetzt voll besetzten Home-Office!

Manuela Subba

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