Das echte Christkind verlangt keine Gebühren

Von Leni für Clara

Briefe und Postkarten zu schicken ist heutzutage eher ungewöhnlich, und umso mehr freut sich der Empfänger. Eine neue Möglichkeit habe ich vor kurzem im Netz entdeckt. Wenn Eltern möchten, dass ihr Kind einen Brief vom Osterhasen, Christkind oder einem anderen bekannten Charakter dieser Art erhält, können sie das bei einem Dienstleister beauftragen. Wie in jedem Webshop kann das Produkt, also zum Beispiel eine Klappkarte vom Osterhasen, ausgewählt werden. Text eingeben, Adresse ausfüllen, Zahlungsart wählen. Und schon kommt für knappe 15 Euro ein Briefumschlag in den Postkasten geflattert. Brief vom Osterhasen. Fürs Kind.

Für 15 Euro?

Und muss das den Kindern auch noch abgenommen werden?

Ich will ja nicht altmodisch erscheinen, aber eigentlich ist es doch so: Wer Post vom Christkind oder anderen guten Geistern bekommen möchte, schreibt erst mal selbst einen Brief. Unter größten Anstrengungen, mit ein paar stummen Hs zu wenig und der allerschönsten Sonntagsschrift können das schon Erstklässler. Adressiert nach Engelskirch, Himmelspfort oder Ostereistedt kommt die Post richtig an, und auch die Antwort lässt normalerweise nicht lange auf sich warten.

Sogar das Sandmännchen antwortet, wenn man ihm Brief oder Karte zusendet!

Eine Online-Briefbestellung ist auch bei Knecht Ruprecht möglich. Wahrscheinlich ist der jetzt einfach zu alt, um sein Anliegen am Nikolaustag persönlich vorzutragen. Ich kenne das noch so, dass der finstere Gesell‘ keine Karten schickt, sondern mit seinem bloßen Erscheinen einen bleibenden Eindruck hinterlässt, wenn es in der Richtung was zu sagen gäbe.

Also wir von obacht finden auf jeden Fall, dass selber Briefe schreiben das Schönste ist. Auch für Erwachsene ist es mitunter eine Herausforderung, mehr als zwei Sätze am Stück handschriftlich zu verfassen. Bei unseren letzten Postkarten-Aktionen im Memminger Cineplex Kino haben wir bemerkt, dass viele nicht mehr wissen, wo genau die Adresse stehen und welche Angaben sie enthalten muss. Manche Adressen waren zu unleserlich – und es war keine Kinderschrift – und die Karten konnten nicht versendet werden.

Damit die Weihnachtspost dieses Jahr ganz sicher ankommt wird es auf der Mitmach-Seite der kommenden obacht Ausgabe Dezember/Januar eine kleine Anleitung dazu geben.

Bei der Gelegenheit auch mal wieder ein dickes Lob für die Briefe und Postkarten, die als Einsendungen für das Gewinnspiel im obacht Heft bei uns ankommen. Wir werden bald wieder ein paar Glanzstücke fotografieren und zeigen und die Mühe honorieren, die die Kinder sich machen.

Manuela Subba

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