Kempten: Natur lesen – Bibliothek mal anders

Die Stadtbibliothek Kempten eröffnet die Lebendige Bibliothek für Nature Writing dank einer Förderung im Fonds hochdrei der Kulturstiftung des Bundes.

Ziel dieses zweijährigen Projektes ist es, besondere Naturbegegnungen zu ermöglichen und die einmalige Allgäuer Artenvielfalt sowie deren Zerbrechlichkeit selbst im urbanen Raum erfahrbar zu machen.

Was ist Nature Writing?

Die Natur im Zentrum der Betrachtung: eintauchen, erleben, beobachten, spüren und beschreiben. Diese Kunst beherrschte der aus Wertach stammende Schriftsteller Winfried Georg Sebald. Er ist bis heute einer der bedeutendsten internationalen Nature Writing Autoren. Die Ringe des Saturn gehört zu den Hauptwerken des 2001 verstorbenen Sebalds.

Inspiriert durch W. G. Sebald und den aktuellen Notstand der Natur, der sich im Klimawandel zeigt, ist das Projekt der Lebendigen Bibliothek entstanden. Dabei sollen nicht nur mit Büchern, sondern auch mit ausleihbaren Werkzeugen, Naturbeobachtungen angestiftet werden.

Was ist eine Lebendige Bibliothek?

In einer Lebendigen Bibliothek wird der Wissenstransfer nicht durch Medien, sondern durch Menschen vermittelt. Grüne Kulturvermittler tragen die Werte und Methoden des Nature Writings hinein in unsere Gesellschaft.

Was passiert 2021?

Mit der Bibliothek der Dinge wird jeder zum Naturbeobachter, Naturentdecker und Wissens-Sammler: Mit Ferngläsern das Weite nahe holen, mit Lupen kleine Details entdecken, mit einem Fernrohr die Sterne zählen, kleine Wetterstationen für eigene Aufzeichnungen, digitale und analoge Aufnahmegeräte für Vogelstimmen und anderen Naturgeräusche, Herbarien und viele weitere interessante Gegenstände können in der Stadtbibliothek Kempten ausgeliehen werden.

Das Thema Solastalgiabefasst sich mit Zeitzeugen – wie war Natur damals? Solastalgia ist das englische Wort für psychischen Stress, den die Umweltveränderungen auslösen. Wie hat sich das Allgäu in der Zeitspanne eines Menschenlebens verändert? Was wird am einstigen Naturverständnis vermisst, was würde man den Enkelkindern gerne noch einmal zeigen?   Das Wissen der älteren Allgäuerinnen und Allgäuern wird dabei in Interviews erfasst. Es geht um ihr Verständnis von Natur und wie sich der Begriff und das Verhältnis zur Natur sich seit ihrer Kindheit verändert hat.

Zwei Ausstellungen begleiten die lebendige Bibliothek in Kempten

Von Mai bis Mitte Juni ist „Kemptener Lieblingsbäume“ und „STADTBÄUME – Säulen der Stadtnatur“ in Kooperation von BUND Naturschutz und dem Freundeskreis lebenswertes Kempten zu sehen.

Ab Mitte Juni bis Ende Juli lädt die Ausstellung „Wildwuchs – Kräuter im Wandel der Zeit“ ein.

In allen Dingen der Natur stecken Geschichten: Nur, wer erzählt sie uns? Wer bringt uns bei, ihnen zu lauschen, sie zu betrachten und einen Zyklus der Zeiten zu erkennen?

Ab Herbst 2021 sind vier Grüne Salons geplant, hier erzählen Menschen von den Phänomenen der Natur, denen sie persönlich und leidenschaftlich nachspüren.

Weitere Informationen unter https://bibliothek.kempten.de/lebendigebibliothek

Vorausschau 2022

Lese- und Schreibcamp

Wie lässt sich ein Schriftsteller inspirieren, Gedichte, Lyrik, Romane zu

schreiben? Wie finden Autoren ihre Themen? Die Teilnehmer der Schreib- und Lesecamps gehen auf Expeditionen in die Natur, sammeln Sinneseindrücke und lernen diese mit einer ganz eigenen Sprache zu beschreiben

Die Vernetzte Bibliothek ist das Finale der Lebendigen Bibliothek für Nature

Writing. Im Rahmen der Kemptner Kunstnacht 2022 werden die Büchereien Sonthofen und Wertach mit der Stadtbibliothek Kempten mit projizierten Texten und Botschaften in Austausch treten.

Veranstalter Ein Projekt der Stadtbibliothek Kempten in Kooperation mit den Büchereien Sonthofen und Wertach, kuratiert von Susa Pop und Michaela Vieser, gefördert im Fonds „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ der Kulturstiftung des Bundes.

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