Halbtagsschule: Einfach zu altmodisch?

Bild: congerdesign

Was für ein Zufall! Als ich heute das Mittagessen vorbereitet habe für meine Kinder, die um kurz nach 1 von der Schule kommen, habe ich im Radio folgenden Satz gehört „Eine Schule, wo man mittags nach Hause geschickt wird zu einer Mutti, die einem das Essen kocht, ist doch archaisch.“

Archaisch, archaisch… zur Sicherheit nochmal nachgeschlagen: altertümlich, aus alter Zeit stammend. Ok das wusste ich, das kann ja auch sein. Generationen über Generationen von Kindern haben zu Hause zu Mittag gegessen. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Wenn etwas als archaisch bezeichnet wird, hat das aber oft den Unterton von „überholt“, wenn nicht gar „primitiv“. Und das ist wohl eher, was mich gestört hat.

Wird hier wieder in die „Wir brauchen mehr Ganztagsschulen“-Kerbe gehauen? Dann möchte ich daneben mal ‘ne neue Kerbe ansetzen: Die „Wir brauchen mehr Freiheit“-Kerbe.

Wir brauchen die Freiheit, uns um unsere Kinder kümmern zu können.

Weil sie dann die Freiheit haben, ihre Nachmittage selbst zu gestalten. Das ist manchmal schwer (Hausaufgaben) und birgt Reibungspunkte (mir ist ja soooo langweilig), aber das gehört für mich zum Wachsen dazu.

Weil ich dann die Freiheit habe, ihnen ein Mittagessen zu servieren, dass ich für richtig halte. Und lauwarmer Hackbraten mit halbgekochtem Reis gehört nicht dazu.

Weil wir als Familie dann die Freiheit haben, Zeit miteinander zu verbringen, schwimmen zu gehen oder die Oma zu besuchen. Das wollten wir so, sonst wären wir keine Familie geworden.

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